Wie KI-Kanäle mit geklauten Videos abkassieren
Liebe Leserinnen und Leser,
Stephan Tschany produziert jede Woche ein neues Video. Recherche, Skript, Vertonung und Schnitt liegen komplett in seiner Hand. Bis er eines Tages auf eine Kopie seiner eigenen Arbeit stieß. Die Idee glich seiner aufs Haar, das Vorschaubild folgte exakt seiner Bildsprache. Nur stammte der Text diesmal von einer Sprachsoftware, die Stimme kam aus dem Synthesizer und die Bilder lieferte ein Algorithmus.
Ein Blick in die Kommentarspalte offenbarte das eigentliche Problem. Das Publikum reagierte genauso begeistert wie auf seinem Kanal. In diesem Moment stellte sich ihm die fundamentale Frage, welchen Wert handgemachte Inhalte künftig noch haben. Das Paradoxe daran ist, dass Tschany selbst mit generativen Werkzeugen arbeitet. Er nutzt sie zur Textverdichtung und für die internationale Quellensuche. Nur die eigentliche journalistische Recherche überlässt er ihnen nicht mehr. Seine Begründung ist simpel. Algorithmen sammeln Daten, doch die Relevanz und den erzählerischen Wert erkennen sie nicht.
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Am Ende unseres Gesprächs blieb ein grundlegender Dissens. Bei der Frage, ob er die echte Welt oder eine makellose Simulation bevorzugen würde, fiel seine Wahl genau gegenteilig zu meiner aus.
Viel Spaß beim Hören,
Florian